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BIP Kreativitätsgymnasien (BIP MEHLHORNSCHULEN) sind staatlich anerkannte Schulen, deren Schüler in Sachsen und Berlin das jeweilige Zentralabitur ablegen. Ein BIP Kreativitätsgymnasium kann von jedem Schüler mit einer entsprechenden Gymnasialempfehlung besucht werden, nicht nur von Abgängern der BIP Kreativitätsgrundschulen.
Wenn, wie in Sachsen, das Gymnasium mit der Klassenstufe 5 beginnt, liegen unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Zugangsmöglichkeiten und der neuen Klassenzusammensetzung die Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit auf der sozialen, fachlichen und kreativitätspädagogischen Integration in die Klassenteams einerseits und der Heranführung an den gymnasialen Arbeitsstil, die nötigen Lern- und Arbeitstechniken und die Förderung von Eigenständigkeit und Selbsttätigkeit bei der Erfüllung schulischer Aufgaben andererseits. Dort wo, wie in Berlin, die Orientierungsstufe in den Grundschulen liegt, konzentrieren sich bereits die BIP Kreativitätsgrundschulen auf die inhaltlichen Aspekte gymnasialer Arbeitshaltungen.
Ausgehend von der allseitigen Entwicklung und Förderung aller Heranwachsenden von der Kinderkrippe über die Kindergarten-, Vorschul- und Grundschulzeit erreichen die BIP Einrichtungen am Ende der Grundschulzeit einen recht hohen Entwicklungsstand in den fünf Grunddimensionen jeder Persönlichkeit. Diese Grunddimensionen stellen zugleich die Basis für eine spätere hohe kreative Leistungsfähigkeit dar. Da die vorgeschriebenen gymnasialen Stundentafeln eine ganzheitliche Förderung der Kreativität nicht mehr im gleichen Umfang wie in der Grundschule ermöglichen, arbeiten BIP Kreativitätsgymnasien durch drei Profillinien an der kontinuierlichen begabungsspezifischen und kreativ-fachlichen Förderung der Schülerinnen und Schüler. Damit ist eine langfristige Anregung und Förderung jeder kreativen Persönlichkeit in der kognitiven, der sprachlichen/fremdsprachlichen sowie die künstlerisch-ästhetischen Dimension gewährleistet.
Zur zusätzlichen Fundierung der kreativen Komponente in den nichtkünstlerischen Bereichen dient das zweistündige Fach "Entdecken - Erfinden - Erforschen (EEE)". In den Klassenstufen 5 und 6 werden hierfür die Lehrplaninhalte des Fachs Computer/Technik (Sachsen) bzw. Naturwissenschaften (Berlin) und des Fachs Werken unter vorwiegend technisch-erfinderischen Problemstellungen zusammengeführt, ohne die Lehrplanziele zu vernachlässigen.
Besondere Entwicklungsziele der Begabung, Intelligenz und Persönlichkeit (BIP) des Schülers: - umfassende individuelle Förderung aller Schüler und deren besonderen Stärken unabhängig von ihrem Intelligenz- oder Begabungsniveau
- Entfaltung der jeweils eigenen Begabung und Erlangen des höchstmöglichen Entwicklungsniveaus
- individuelle Förderung der Studierfähigkeit
- Schaffung von Grundlagen für lebenslanges Lernen
- Werteerziehung und Ausprägung von Primärtugenden
- Entwicklung der nötigen Kommunikations- und Kooperationsfähigkeiten im Arbeitsleben
Eckdaten der methodischen, inhaltlichen und organisatorischen Gestaltung des Schulalltages in der Orientierungsstufe, der Sekundarstufe I und der Sekundarstufe II - Hauptschwerpunkt ist die Erfüllung der staatlichen Lehrpläne /Rahmenpläne auf hohem Niveau
- in Klassenstufe 5 und 6 Einführung des Unterrichtsfaches "Entdecken - Erfinden - Erforschen (EEE)" sowie des naturwissenschaftlichen Zirkels mit fächerverbindenden Angeboten
- zwei Fremdsprachen ab Klasse 5, eine dritte Fremdsprache z.B. Latein ab Klasse 7
- in den Klassenstufen 7 bis 10 erfolgen am BIP Kreativitätsgymnasium die ausgeprägten Profillinien-Kreativitätsangebote. Die Schüler können wahlobligatorisch zwei von den drei möglichen Profillinien miteinander kombinieren. Die dritte Profillinie fällt nicht ganz weg, sondern tritt in den Hintergrund. Es ergeben sich daraus drei verschiedene Varianten der möglichen Kombinationen:
(1) Kombination Künstlerisch-ästhetische/Fremdsprachliche Profillinie (2) Kombination Mathematisch-naturwissenschaftliche/Fremdsprachliche Profillinie (3) Kombination Künstlerisch-ästhetische/Mathematisch-naturwissenschaftliche Profillinie. Hierbei handelt es sich um die prinzipiellen Kombinationsmöglichkeiten. Welche Kombinationen konkret angeboten werden, das liegt im Ermessen der einzelnen Einrichtungen und hängt von der Nachfrage bzw. Gruppenstärke ab. - Klassen und Gruppenstärken, die umfassende persönliche Zuwendung und Unterstützung der Heranwachsenden ermöglichen
- Spezielle Förderangebote und individuelle Entwicklungspläne für hochbegabte Schüler
- Herstellen von Anschlüssen der Lehrplanfächer an die Kreativitätsangebote z.B. "Musikalisches Gestalten" und "Tanz/Bewegung"
- enge Zusammenarbeit zwischen Schulträger, Schulleitung, Lehrerkollegium, Förderverein und Eltern
- alle Lehrer wurden zum Kreativitätspädagogen fortgebildet bzw. befinden sich in einem entsprechenden berufsbegleitenden Kurs und verfügen über entsprechende Kenntnisse zur Begabungsentwicklung und zu den Problemen von Minder- wie Hochbegabung
- Erhalt eines mittleren Bildungsabschlusses bei erfolgreichem Abschluss der Klassenstufe 10, zugleich Voraussetzung zum Übergang in die gymnasiale Oberstufe
- Kurswahl in Klassenstufe 11 und 12
- Ablegen des Zentralabiturs
Der Unterricht an den BIP Kreativitätsgymnasien wird umfassend und vielseitig ergänzt durch beispielsweise: - Arbeitsgemeinschaften
- Denk- und Experimentierwerkstätten
- naturwissenschaftliche Symposien
- Projektwochen im Handwerk
- Betriebspraktika
- Erarbeitung einer "Besonderen Lernleistung (BeLL)" durch alle Schüler in Klassenstufe 11 und 12 und abschließende Verteidigung der wissenschaftlichen Arbeit
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