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Pädagogische Forschungen (1969-1974) - Erarbeitung von Trainingsprogrammen zur Entwicklung und Förderung kreativen Denkens sowie Erarbeitung und Erprobung von speziellen Lehrprogrammen zur Entwicklung schöpferischen/kreativen Denkens
- Hauptergebnisse: Kreativität ist in jedem Alter und über unterschiedliche Strategien entwickel- und förderbar, erfordert aber in unterschiedlichen Alters- und soziologischen Gruppen spezielle pädagogische Vorgehensweisen. Je höher die allgemeine geistige Leistungsfähigkeit (Intelligenz) der Personen umso größer auch die Wahrscheinlichkeit, zu breiter wirksamen schöpferischen Leistungen zu gelangen, in der Regel ist ein IQ von 120 die Basis für überragende und welthistorisch neue Leistungen (Intelligenzschwellenhypothese).
Psychologische Forschungen (ab 1971) - Untersuchungen zur Entwicklung der geistigen Leistungsfähigkeit und deren Determinanten in umfangreichen Längsschnittforschungen
- am Bedeutendsten ist die Intervallstudie Schüler des Zentralinstitutes für Jugendforschung ZIJ Leipzig vom 6.-24. Lebensjahr
- Hauptergebnisse: Intelligenzentwicklung ist erheblich genetisch determiniert, die Ausschöpfung des individuellen Potentials ist aber vorrangig von der Qualität der pädagogischen Tätigkeit in Kindergarten und Schule abhängig - familiäre und soziale Defizite sind durch einfühlsames pädagogisches Handeln und Gestaltung einer fordernden und fördernden sozialen Umwelt umfassend behebbar, wie sie sich andererseits durch unzureichende pädagogische Arbeit und unzureichende soziale Umwelt verstärken.
Entwickelt und präzisiert wurden in diesem Zeitraum durch entsprechende Forschungen: - das fünfdimensionale Begabungsstrukturmodell sowie der Interaktion dieser Dimensionen für Kreativitätsentwicklung und -förderung
- das Modell der Kontinuität und Diskontinuität der Begabungsentwicklung
- das Modell der Begabungsentwicklung, -diagnose und -förderung als Stufen und zugleich als Einheit
- das Modell: Kreativität als Kern jeder entwickelten Begabung und zugleich als herausragende Chance im Begabungsentwicklungsprozess
- die Position: Kreativitätsförderung verlangt die Betrachtung des Individuums als biopsychosoziale Einheit sowie die Betrachtung der Intelligenz als dynamisches Phänomen - unzureichend ist die Favorisierung allein der so genannten Intelligenzschwellenhypothese
Soziologische Forschungen (ab 1975) - Vergleichsuntersuchungen unter soziologisch homogenen Gruppen, (graduell) differenziert nach Merkmalen hoher, insbesondere schöpferischer Leistungsfähigkeit bzw. -ergebnissen, um jeweils herauszufinden, was in jeder soziologischen Gruppe den Unterschied ihrer schöpferischen Leistungsfähigkeit (mit-)verursacht:
- biografische Interviews und Analysen von Biografien international besonders schöpferisch erfolgreicher Wissenschaftler und Künstler
Hauptergebnisse: - besondere/exklusive Bedeutung des frühesten und frühen Kindesalters für die Entwicklung des individuell angelegten Begabungspotentials
- besondere/exklusive Bedeutung des Zusammentreffens von Anregungen zur homogenen Entwicklung aller fünf Dimensionen der Begabungsstruktur (kognitiv - kommunikativ - musisch/ästhetisch - psychomotorisch und emotional/sozial)
- besonders Begabte, die in ihrem Leben unter ihren Möglichkeiten bleiben oder ihre Kreativität nicht umsetzen können, scheitern in der Regel an unzureichend entwickelten Fähigkeiten auf anderen Gebieten, nicht auf ihrem Spezialgebiet (z.B. Erfinder oder Künstler an mangelnden kommunikativen oder mangelnden sozialen Fähigkeiten usw.
- besondere Bedeutung eines anregungsreichen Familienklimas im frühesten Alter, Vorschulalter und Grundschulalter, bestenfalls stark kulturell-künstlerisch geprägt
- besondere Bedeutung eines traditionellen "bürgerlichen Leistungsklimas" in der Familie, damit Ausprägung von Eigenschaften wie Beharrlichkeit, Einsatzbereitschaft, Anstrengungsbereitschaft, Selbstüberwindung, Nichtaufgebenwollen bei Schwierigkeiten, hohe intrinsische Leistungsmotivation
- besondere Bedeutung von erwachsenen bzw. älteren Partners der Heranwachsenden, egal ob Familienmitglied oder Lehrer für die Schaffung personal vermittelter Anregungen der vorwiegend intrinsisch motivierten Kinder/Jugendliche
Leipziger Forschungsprojekt zur Begabungs- und Kreativitätsentwicklung: - mit dem Schuljahr 1987/88 begann nach mehrjährigen theoretischen Vorbereitungen an der Hochschule für Musik "Felix Mendelssohn Bartholdy" unter Leitung von Prof. Dr. Hans-Georg Mehlhorn, Ordentlicher Professor und Inhaber des Lehrstuhls für Pädagogische Psychologie die empirische Phase des Leipziger Forschungsprojekts zur Begabungsentwicklung [mehr]
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